Fachwissen · Days to Cash senken

Days to Cash im Autohaus senken: schneller vom Schaden zum Geld.

Days to Cash ist die Zeitspanne von der fertigen Reparatur bis zum Zahlungseingang. Jeder Tag bindet Liquidität – und bei dünner Umsatzrendite ist gebundene Liquidität teuer. Wer den Schadenprozess sauber führt, verkürzt den Weg zum Geld spürbar.

Auf den Punkt

Days to Cash ist die Zeit vom Schaden bis zum Zahlungseingang – eine Rendite-, keine Verwaltungskennzahl. Sie sinkt durch vollständige, übergabefertige Akten, dokumentierte Freigaben und konsequentes Forderungsmanagement.

Wo die Tage verloren gehen

Die Verzögerung entsteht selten beim Versicherer, sondern im eigenen Prozess: unvollständige Akten, fehlende oder undokumentierte Freigaben, Rückfragen wegen lückenhafter Fotos, ungeprüfte Kürzungen und ein spät startendes Forderungsmanagement. Jede Rückfrage kostet Tage – und Tage kosten Geld.

Der Hebel: fünf Stellschrauben

  1. Vollständige Akte ab Tag 1. Auftrag, Fotos und Kalkulation von Beginn an in der digitalen Schadenakte – nicht nachträglich zusammensuchen.
  2. Freigabe dokumentieren. Reparaturfreigabe zeitgestempelt festhalten, bevor gearbeitet wird.
  3. Foto-SOP vor der Demontage. Beweissicherung, die spätere Rückfragen von vornherein erledigt.
  4. Kürzungen belegbar abwehren. Saubere Dokumentation macht Kürzungen widerlegbar – siehe Kürzungsmanagement.
  5. Forderungsmanagement konsequent. Eigene Werklohnforderungen mahnt der Betrieb selbst an; die Durchsetzung fremder Schadenersatzansprüche gehört zu befugten Rechtsdienstleistern.

RDG-Ampel: saubere Rollen, schnelleres Geld

Grün · Betrieb

Akte führen, Freigaben dokumentieren, vollständig abrechnen.

Gelb · Vorbereitung

Offene Posten strukturiert nachhalten, Übergabe vorbereiten.

Rot · Anwalt

Titulierung und Durchsetzung fremder Ansprüche – befugte Rechtsdienstleister.

Praxisbeispiel

Von 52 auf 34 Tage

Ein Betrieb aus der Weber-Fallfamilie führt die digitale Akte ab Auftragsannahme, dokumentiert Freigaben zeitgestempelt und startet das Mahnwesen automatisch nach Frist. Ergebnis im Beispiel: deutlich weniger Rückfragen, planbarer Zahlungseingang.

–18Tage im Beispiel
0Sammel-Rückfragen
100 %Akten vollständig

Beispielhafte Demonstration der Systemlogik – keine Kundendaten, keine Ergebniszusage.

Häufige Fragen

Was genau sind Days to Cash?

Die Anzahl Tage von der fertigen Leistung bzw. Rechnungsstellung bis zum tatsächlichen Zahlungseingang. Sie misst, wie schnell aus Arbeit Liquidität wird.

Warum hängen Days to Cash und Kürzungen zusammen?

Ungeprüfte Kürzungen erzeugen Rückfragen und Nacharbeit – beides verzögert die Zahlung. Belegbare Kürzungsabwehr hält den Prozess schnell.

Darf das Autohaus offene Forderungen selbst durchsetzen?

Eigene Werklohnforderungen darf der Betrieb selbst abrechnen, anmahnen und verfolgen. Geht es um die rechtliche Bewertung oder Durchsetzung fremder Schadenersatzansprüche des Kunden (z. B. Titulierung, Inkasso), sind die Grenzen des RDG zu beachten und befugte Rechtsdienstleister einzubeziehen. Rechtsgrundlage: § 2, § 5 RDG.

Der ganze Prozess – im Buch und im System

Days to Cash ist ein Kapitel von vielen. Buch, Schulungsprogramm und R-SOS machen daraus einen steuerbaren Ertragsprozess.

Frank Roll, MSc, MBA

Frank Roll, MSc, MBA

Automobiler Schadenmanagement-Experte, seit 1998 an der Schnittstelle von Autohaus, Versicherern, Sachverständigen und Recht. Autor von „Schadenmanagement im Autohaus“ und Entwickler des R-SOS-Systems.

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Das Referenzwerk im Schadenmanagement

Dieser Fachbeitrag ist ein Auszug. Die vollständige Systematik – 61 Kapitel entlang der Wertschöpfungskette des Schadenfalls, Rechtsstand Juli 2026 – steht im Fachbuch „Schadenmanagement im Autohaus“.

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Fachlich verantwortet von Frank Roll, MSc, MBA · zuletzt geprüft: Juli 2026 · Quellen & Marktzahlen