Fachwissen · Glossar

Glossar: Schadenmanagement im Autohaus.

Die wichtigsten Begriffe des Schadenmanagements im Autohaus – verständlich erklärt. Wo eine eigene Fachseite existiert, ist der Begriff verlinkt.

Schadenmanagement im Autohaus
Die betriebswirtschaftliche Steuerung des gesamten Schadenprozesses – von der Annahme bis zum Zahlungseingang.
RDG-Ampel
Rollen-Klarheitsmodell nach dem Rechtsdienstleistungsgesetz: Grün (Betrieb stellt fest), Gelb (Betrieb bereitet vor), Rot (Anwalt/Rechtsdienstleister setzt durch).
R-SOS
Strukturiertes Beratungs- und Analysesystem für den Schadenprozess: Prozess-Scan, priorisierte Maßnahmen, entscheidungsreifes Ergebnis.
Kürzungsmanagement
Belegbare Abwehr unberechtigter Kürzungen von Schadenpositionen durch Versicherer und Prüfdienstleister.
Days to Cash
Zeitspanne von der fertigen Leistung bzw. Rechnung bis zum Zahlungseingang.
Digitale Schadenakte
Zentraler, zeitgestempelter Beweisspeicher eines Schadenfalls – Grundlage für Kürzungsabwehr und Days to Cash.
KH (Kfz-Haftpflicht)
Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung: reguliert Schäden, die Dritten mit dem Fahrzeug zugefügt werden.
Kasko
Kaskoversicherung (Teil-/Vollkasko): deckt Schäden am eigenen Fahrzeug ab.
Deckungsbeitrag
Der Betrag, der nach Abzug der variablen Kosten zur Deckung der Fixkosten und zum Ergebnis beiträgt.
Beilackierung
Angleichungslackierung angrenzender Bauteile, damit der Farbton nach der Reparatur einheitlich wirkt.
Verbringungskosten
Kosten für den Transport eines Fahrzeugs zu einem externen Lackier- oder Karosseriebetrieb.
ADAS-Kalibrierung
Einstellung und Prüfung von Fahrerassistenzsystemen (z. B. Kamera, Radar) nach Reparaturen – sicherheitsrelevant.
Nutzungsausfall
Pauschale Entschädigung für die entgangene Nutzung des Fahrzeugs während Reparatur oder Wiederbeschaffung, wenn kein Mietwagen genommen wird.
Wertminderung (merkantiler Minderwert)
Der Minderwert, den ein reparierter Unfallwagen am Markt behält, obwohl er fachgerecht instand gesetzt wurde.
Totalschaden & 130-%-Grenze
Wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparatur den Wiederbeschaffungswert übersteigt; eine Reparatur bis 130 % kann unter Voraussetzungen erstattungsfähig sein.
Wiederbeschaffungswert
Der Betrag, der nötig ist, um ein gleichwertiges Ersatzfahrzeug zu beschaffen – Bezugsgröße bei Totalschaden.
Restwert
Der noch erzielbare Verkaufswert des beschädigten Fahrzeugs im Ist-Zustand.
Fiktive Abrechnung
Abrechnung auf Gutachten- oder Kostenvoranschlagsbasis, ohne dass tatsächlich repariert wird.
UPE-Aufschläge
Aufschläge auf die unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller für Ersatzteile – ein häufiger Kürzungspunkt.
Stundenverrechnungssatz
Der abgerechnete Werkstatt-Stundensatz; Streitpunkt, wenn Versicherer auf günstigere Referenzwerkstätten verweisen.
Werkstattrisiko
Der Grundsatz, dass der Geschädigte nicht das Risiko überhöhter oder objektiv nicht nötiger Werkstattleistungen trägt.
Schadenminderungspflicht
Die Obliegenheit des Geschädigten nach § 254 BGB, den Schaden möglichst gering zu halten.
Haftungsquote
Der prozentuale Anteil, zu dem eine Partei für den Schaden haftet – maßgeblich bei Mithaftung.
Kostenpauschale
Pauschale für allgemeine Nebenkosten des Geschädigten (Porto, Telefon) ohne Einzelnachweis.

Begriffe verstanden – Prozess steuern

Buch, Schulungsprogramm und R-SOS machen aus den Begriffen einen steuerbaren Ertragsprozess.

Frank Roll, MSc, MBA

Frank Roll, MSc, MBA

Automobiler Schadenmanagement-Experte, seit 1998 an der Schnittstelle von Autohaus, Versicherern, Sachverständigen und Recht. Autor von „Schadenmanagement im Autohaus“ und Entwickler des R-SOS-Systems.

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